Von Leichtbeton zu Edelstahl

Anbringen Dachabdichtung aussen
Anbringen Dachabdichtung aussen

Der nachträgliche Einbau eines Schornsteins bedingt eine sorgfältige Standortauswahl. Das gilt für das Aufstellen im Innenbereich genauso wie für die spätere Optik von außen, denn Dach und Schornstein sollten in ihrem Erscheinungsbild perfekt harmonieren. In einem Einfamilienhaus in Bayern fand sich hierfür eine spezielle Lösung, bei der im Schornsteinaufbau ab dem Dachdurchgang von Leichtbeton zu Edelstahl gewechselt wurde.

Um einen Heizkamin betreiben zu können hatten sich die Hausbesitzer zur Nachrüstung eines Schornsteins entschlossen. Eine Außenlösung mit einer an der Fassade montierten Edelstahl-Abgasanlage kam aus Platzgründen nicht in Frage. Daher wurde im Innenbereich eine geeignete Stelle ermittelt, um dort den Schiedel Absolut-Schornstein hochmauern zu lassen. Berücksichtigt werden mussten dabei auch der Durchbruch durch die Betondecke ins Obergeschoss und von dort durchs Dach ins Freie.

Der Schacht des einzügigen Absolut-Schornsteins wurde exakt so platziert, dass der Verarbeiter beim Durchgang durchs Dach genau zwischen zwei Sparren hindurch mauern und der Einbau eines Wechsels in die Sparrenkonstruktion vermieden werden konnte. Der Bauunternehmer öffnete daher zunächst die Holzdecke im OG-Kinderzimmer, um die entsprechenden Abstandsmaße zu ermitteln und aufs Erdgeschoss zu übertragen. Erst dann erfolgten der Deckendurchbruch und die Vorbereitung zum Versetzen auf dem Rohbeton des EG. Die mit Schaumbeton gedämmten Mantelsteine des Absolut-Schornsteins wurden rasch aufgemauert, zwischendurch platzierte der Bauunternehmer das profilierte keramische Abgasrohr Stück für Stück im Schacht.

Normalerweise wäre der Absolut bis über Dach hochgemauert und ggf. verblecht worden. Da er aber an einem kleineren Gegengiebel auf der Südseite des Hauses ins Freie gelangt, hätten die Proportionen zur Dachfläche nicht gestimmt. So entstand die Idee, über Dach einen Edelstahlabschluss zu verwenden. Beim Übergang der Materialien waren auch brandschutztechnische Aspekte zu beachten, weshalb der Verarbeiter den zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister zur Beurteilung und Abnahme hinzuzog.

Montage Edelstahlrohr
Montage Edelstahlrohr

Um das Edelstahl-Anschlussstück exakt auf der richtigen Höhe am Dachdurchgang einbauen zu können, wurde der oberste Leichtbeton-Mantelstein halbiert und dann versetzt. Auch das Profilkeramikrohr musste auf die entsprechende Restlänge gekürzt und dann eingesetzt werden. Nächster Montageschritt war das Einführen und Befestigen der Stahlarmierungen in den vier dafür vorgesehenen Aussparungen an den Ecken des Mantelsteinschachtes. Die Stahlstäbe wurden dazu passend bis zum untersten Mantelstein zugeschnitten und von oben aus eingesetzt, die Öffnungen anschließend mit Beton ausgegossen. Damit ist die stabile Statik des gesamten Schornsteinaufbaus gewährleistet. Nun wurde der Dachdurchgang um den obersten Mantelstein von außen und auf der Innenseite abgedichtet, anschließend das Edelstahl-Anschlussstück montiert. Um den Brandschutzanforderungen optimal zu entsprechen, versetzte der Verarbeiter um das Edelstahl-Anschlussstück herum einen zusätzlichen, exakt im Dachneigungswinkel von 24° abgeschrägten Leichtbetonstein ohne Innendämmung.
Der verbleibende Zwischenraum wurde mit Steinwolle komplett gedämmt, anschließend das Aufsatzrohr aus Edelstahl montiert. Nachdem die äußere Dachabdichtung befestigt und mit Dichtungsband umlaufend verklebt war, konnte die Dichtungsmanschette aus Blei aufgelegt und das Dach wieder geschlossen werden. Zuletzt war dann nur noch das Edelstahl-Abschlussrohr aufzusetzen und mit einer Blende versehen zu befestigen.
So ergibt sich auf dem kleinen Gegengiebel mit dem filigranen Edelstahlschornstein-Aufsatz ein harmonisches Gesamtbild des Daches.
Schiedel ist weltweit größter Anbieter von Schornstein-systemen. Mit rund 2.000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Tochterunternehmen der Monier-Gruppe in insgesamt 29 Ländern 2008 einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro.

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