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Neues Förderprogramm für Vereinsgebäude – Anträge bei Landesenergieagentur KEA

Umweltministerium Baden-Württemberg fördert Maßnahmen zur CO2-Minderung Anträge können ab sofort bei der Landesenergieagentur KEA gestellt werden.

Den Kohlendioxid-Ausstoß von Nichtwohngebäuden im Land nachhaltig zu reduzieren, ist ein zentrales Ziel der baden-württembergischen Umweltpolitik. Seit Oktober werden nun auch Vereine bei ihren Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen des bewährten Förderprogramms „Klimaschutz-Plus“ unterstützt.

Für die Energieeffizienzinvestitionen an Vereinsheimen oder Turnhallen stehen 400.000 Euro bereit. Bis zu 40 Prozent der Investitionen werden gefördert, maximal 50.000 Euro. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr stellt dafür Mittel aus der Glückspirale bereit. Anträge können bei der Landesenergieagentur KEA eingereicht werden. Die Förderbedingungen und Antragsformulare sowie weitere Informationen zum Programm stehen unter www.klimaschutz-plus.baden-wuerttemberg.de bereit.

Die Vereine im Land sollen aus verschiedenen Gründen unterstützt werden: Zum einen sind ihre Gebäude oftmals energetisch nicht auf dem aktuellen Stand, zum anderen müssen viele Vereine mit knappen Budgets haushalten. Vereine übernehmen in der Gesellschaft zudem eine Multiplikatoren-Rolle. Klimaschutz-Maßnahmen führen also nicht nur zu einer besseren Energieund Kostenbilanz, sondern auch zu einem Umdenken der Vereinsmitglieder. Für eine Förderung gelten drei Voraussetzungen: Erstens müssen die Vereine eingetragen und gemeinnützig sein (e. V.), zweitens dürfen sie die Gelder ausschließlich in eigenen Gebäuden einsetzen und drittens darf ihre Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreiten. Gefördert werden Maßnahmen zur Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes an vereinseigenen Gebäuden, Energiediagnosen sowie modellhafte Vorhaben. Die erforderlichen Mittel werden aus der Glückspirale bereit gestellt und unterliegen dadurch den Anforderungen an die Gemeinnützigkeit.

Das „Klimaschutz-Plus-Programm Baden-Württemberg“ besteht seit 2002 und enthält einen bundesweit einmaligen Ansatz:
Für investive Klimaschutzmaßnahmen an Nichtwohngebäuden wird ein Zuschuss gewährt, der sich an der Höhe der erzielten Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes bemisst. In den vergangenen Jahren wurden aus dem Programm bereits Hunderte von Maßnahmen an kommunalen, kirchlichen und gewerblichen Nichtwohngebäuden gefördert.

Klimafreundliche Wärmeversorgung für kommunale Gebäude in Bad Friedrichshall

Landesenergieagentur KEA lieferte Energiekonzept zur klimafreundlichen Wärmeversorgung für kommunale Gebäude in Bad Friedrichshall

Holzheizwerk Fahräcker: Stadtverwaltung und Energiedienstleister unterzeichneten im Februar Contractingvertrag.

In Bad Friedrichshall bei Heilbronn wird eine neue Holzhackschnitzelanlage mit einer Leistung von über einem halben Megawatt künftig den Wärmebedarf von mehreren kommunalen Gebäuden klimafreundlich decken. Nach einem Jahr Vorbereitungs- und Wettbewerbsphase konnte am 11. Februar 2010 der Energieliefer-Vertrag zwischen dem Energiedienstleistungsunternehmen Süwag Energie AG und der Stadtverwaltung Bad Friedrichshall unterzeichnet werden und damit der Startschuss für die Baumaßnahmen erfolgen.

Das Energiekonzept stammt von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden- Württemberg. Jürgen Hagenlocher, Produktmanager bei der Süwag Energie sowie Bürgermeister Dolderer von der Stadt Bad Friedrichshall unterzeichneten den Vertrag im Rathaus. „Wir freuen uns“ so Hagenlocher, „dass wir gemeinsam mit der Stadt bis zum Herbst eine energieeffiziente und ökologische Wärmeversorgung für Rathaus, Otto-Klenert-Realschule, Haupt- und Werkrealschule sowie Glück-Auf-Halle aufbauen können.“ Grundlage für dieses Projekt war das vom Gemeinderat beauftragte Energieversorgungskonzept der Landesenergieagentur KEA. Die KEA hatte die städtischen Gebäude auf energetische Schwachstellen hin untersucht, zusammen mit der Stadtverwaltung das künftige Energieversorgungskonzept auf der Basis einer Holzhackschnitzelanlage entwickelt und anschließend den Wettbewerb für die Umsetzung des Konzeptes im Rahmen eines „Energieliefercontractings“ durchgeführt. Gegenstand des Contractings ist es, einen preisgünstigen und kompetenten Energiedienstleister zu finden, der ein hochwertiges, nachhaltiges Anlagenkonzept plant, baut, finanziert und effizient betreibt.

Bei der Glück-Auf-Halle errichtet der Energiedienstleister Süwag ein neues Heizhaus. Darin wird eine moderne vollautomatische Holzfeuerung mit einer Leistung von 550 kW installiert. An besonders kalten Tagen wird die Holzanlage von konventionellen Heizkesseln unterstützt, die im alten Heizraum der Glück-Auf-Halle Platz finden. Einen Teil der Holzhackschnitzel stellt die Stadt aus der Grünflächenpflege bereit. Die Holzhackschnitzelanlage ist eine Feuerungsanlage, die das Holz besonders effizient in Wärme umwandelt. „Holzhackschnitzelanlagen arbeiten besonders energieeffizient bei professioneller Betriebsführung“ so Rüdiger Lohse, Leiter des Bereichs „Contracting“ bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Durch den Einsatz eines Elektrofilters werden extrem niedrige Emissionswerte garantiert. Von der Heizzentrale aus werden gut isolierte Nahwärmeleitungen zur Hauptschule, dem Rathaus und der Otto-Klenert-Realschule verlegt. Auch ein Anschluss für eine mögliche Mensa der beiden Schulen ist bereits vorgesehen.

Um sicherzustellen, dass in den Gebäuden die Öko-Energie möglichst sinnvoll verwendet wird, saniert die Süwag Energie die Heizungsverteiler, die Warmwasserbereiter, Pumpen und die Heizungsregelungen in den versorgten Gebäuden gleich mit. Ebenso werden Teile der Lüftungsanlage der Sporthalle und der Einzelraumregelung für die Beheizung der Klassenzimmer in der Hauptschule erneuert. Dadurch werden bereits rund 400.000 kWh Energie für die Stadt eingespart. Das entspricht dem Energieverbrauch von rund 20 Einfamilienhäusern. Für die verbleibende Wärmemenge stellt die Stadtverwaltung die Weichen in Richtung regenerativer Energieträger: Die verbleibende Wärmemenge von rund 1,8 Millionen Kilowattstunden stellt die Süwag Energie zu 85 Prozent aus Holzhackschnitzeln bereit, nur noch 15 Prozent müssen mit fossilen Energieträgern erzeugt werden. So werden knapp 600 Tonnen Kohlendioxid eingespart, das entspricht dem Ausstoß von über 60 Einfamilienhäusern. Damit leistet Bad Friedrichshall einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Einer der Gründe der Stadtverwaltung sich für ein Energieliefercontracting zu entscheiden, ist die Übernahme der Verantwortung für die Versorgungssicherheit und den energieeffizienten und ökologischen Betrieb des Heizwerkes über die Vertragslaufzeit von 20 Jahren. Durch die teilweise Übernahme der Gesamt-Investitionen von rund 1,2 Millionen Euro durch Süwag Energie AG wird der kommunale Investitionshaushalt entlastet. Den kleineren Teil der Investitionen mit knapp 720.000 Euro hat die Stadtverwaltung selbst übernommen, nicht zuletzt um in den Genuss eines Fördermittelzuschusses der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 100.000 Euro zu kommen.

Bad Friedrichshalls Bürgermeister Peter Dolderer freut sich, dass dieses lange geplante Projekt trotz schwieriger Finanzlage nun endlich realisiert werden kann: „Dadurch setzen wir weiter auf regenerative Energien, nachdem wir bereits eine Holzhackschnitzelheizung für Baubetriebshof und Feuerwehr betreiben und Pelletheizungen für die Grundschule Jagstfeld, neue Mensa und Evangelisches Kinderhaus in der Hohestraße installiert haben. Daneben leisten wir mit Fotovoltaikanlagen vielen Solaranlagen auf städtischen Dächern und umfangreichen energetischen Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden, insbesondere unseren Schulen, einen weiteren, nicht unerheblichen Beitrag für Klimaschutz und Luftreinhaltung.“

Die Süwag Energie AG mit ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte betreibt neben der Strom- und Gasversorgung in insgesamt 385 Gemeinden rund 250 dezentrale Energieanlagen. Mehr als die Hälfte dieser Anlagen nutzen nachwachsende Energieträger wie Biomasse, Wasserkraft oder Sonnenenergie oder setzen Erdgas besonderes energieeffizient in Blockheizkraftwerken ein. Diese 250 Anlagen werden von der zentralen, rund um die Uhr besetzten Süwag- Netzleitstelle in Pleidelsheim fern überwacht. Ab Herbst wird so auch das Holzheizwerk in Bad Friedrichshall auf den Bildschirmen einige Kilometer neckaraufwärts erscheinen.

Über die KEA
Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

Ansprechpartner KEA:
Dr. Volker Kienzlen,
KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH,
Kaiserstraße 94a
76133 Karlsruhe,

Tel. +49/721/98471-24
Fax +49/721/98471-20,

volker.kienzlen@kea-bw.de
www.kea-bw.de

Startschuss für Energieeinspar-Contracting in städtischen Gebäuden

Stadt Mühlacker unterzeichnet Energieeinspar-Contracting  – Landesenergieagentur KEA begleitet Projekt

Die Stadt Mühlacker wird von einem Contracting-Unternehmen in 13 städtischen Gebäuden 40 Energiesparmaßnahmen durchführen lassen.

Biogas-BHKW für Lindachschulzentrum und Erneuerung der Heizungsregelung in weiteren Liegenschaften.Zu den Maßnahmen gehören der Bau eines Biomethan-Blockheizkraftwerks mit Nahwärmenetz für das Lindachschulzentrum sowie die Erneuerung der Heizungsregelung und Beleuchtungssanierungen in weiteren Gebäuden. Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) lieferte das Konzept für das Projekt und unterstützte die Stadt Mühlacker bei dem Vergabeverfahren. Der Handlungsbedarf wurde im Rahmen des kommunalen Energie- Managements deutlich, das die KEA von 2004 bis 2007 im Auftrag der Stadtverwaltung durchgeführt hat. Die Modernisierung der Anlagen erfolgt über ein Energieeinspar-Contracting:
Die Firma YIT Germany GmbH übernimmt als Contractor die Finanzierung und den Einbau der neuen Technik. Mit den eingesparten Energiekosten refinanziert der Contractor seine Investitionen. Die Stadt Mühlacker erneuert so den Gebäudebestand und zahlt lediglich einen Baukostenzuschuss von 175.000 Euro.

Die Beteiligten unterzeichneten den Energiespar-Garantievertrag Ende Oktober 2009. Im Jahr 2010 wird die neue Technik eingebaut. Die Hauptleistungsphase beginnt ab dem 1. Januar 2011 und endet am 31. Dezember 2022. In dieser Zeit werden der YIT Germany die gesamten Einsparungen zur Refinanzierung vergütet. YIT Germany garantiert Einsparungen von 142.000 Euro pro Jahr, dass sind fast 35 Prozent der bisherigen Energiekosten. Die Gesamtkosten von YIT Germany betragen rund 1.890.000 Euro.

Der Vorteil für die Stadt Mühlacker:
Mit einem geringen Baukostenzuschuss beginnt sie den Sanierungsstau in der Haustechnik aufzulösen. Sie bezahlt dem Contractor ausschließlich die tatsächlich nachgewiesene Einsparung über die feste Vertragslaufzeit und erhält im Gegenzug moderne Anlagen. Sie muss sich außerdem nicht mehr um Betrieb und Wartung der modernisierten Anlagen kümmern. Das wirtschaftliche Risiko der Investition trägt YIT Germany: Der Contractor muss die Anlagen optimal betreiben, damit er während der Vertragslaufzeit seine Ausgaben refinanzieren kann. Nach der Vertragslaufzeit kommen die Einsparungen der Stadt Mühlacker zugute. Mit Hilfe von Contracting kann die Stadt Mühlacker so einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das Konzept für das gesamte Projekt stammt von der Landesenergieagentur KEA – sie begleitet das Vergabeverfahren bis hin zur Überprüfung der ersten Einsparabrechnung. Nach einer Machbarkeitsstudie führte die KEA nach Zustimmung durch Verwaltung und Gemeinderat eine EU-weite Ausschreibung durch. Auch die Vertragsvorbereitung mit YIT Germany erstellte die Landesenergieagentur.

Von Seiten der Stadt wird das Energiespar-Contracting von der Stelle für Energiebewirtschaftung betreut.
Bei der Ausschreibung handelte es sich um ein Verhandlungsverfahren mit einem vorgeschalteten Teilnehmerwettbewerb. In der ersten Stufe „Grobanalyse“ wurden die Liegenschaften von mehreren Bietern begangen und ein Grobkonzept erstellt. Dieses Grobkonzept wurde in zwei Runden verhandelt. Den Zuschlag zur Durchführung der zweiten Stufe „Feinanalyse“ erhielt YIT Germany. In der Feinanalyse wurde der Pool nochmals um 2 Liegenschaften erweitert. Der Pool besteht jetzt aus 7 Schulgebäuden, 2 Turnhallen, einem Kulturbau, der Bibliothek, der Feuerwache und dem Freibad. Ein Schwerpunkt der Sanierung ist die neue Heizzentrale des Lindachschulzentrums. Die bisherigen zwei Heizzentralen werden zu einer Heizzentrale zusammengefasst. Die Wärmeerzeugung für die Grundlast erfolgt künftig über ein mit Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk mit Nahwärmenetz. Die thermische Leistung beträgt 67 Kilowatt (kW), die elektrische Leistung 30 kW. Der Gemeinderat hat sich für den Energieträger Biomethan entschieden, da Biomethan ein erneuerbarer Energieträger ist und von den Stadtwerken Mühlacker bezogen wird. Spitzenlasten übernimmt ein Erdgas-Brennwertkessel mit 600 kW Leistung. Ein geplanter Sporthallenneubau kann bei Bedarf mit versorgt werden.

Auch weitere Maßnahmen sind vorgesehen: Die Heizungsregelung wird in allen Gebäuden modernisiert. Für einzelne Heizkreise ist eine Zonenregelung vorgesehen, um bei Abendnutzung das Gebäude energiesparend betreiben zu können. Die Schulen und die Turnhallen bekommen neue, effiziente Leuchten, im Freibad wird das Filtermaterial für die Beckenwassereinigung erneuert sowie das Rückspülwasser der Filter in den Schwallwasserbehälter zurückgeführt und aufbereitet. Dadurch sinkt der Wasserverbrauch.

————————————- Infokasten Energiespar-Contracting
Beim Energiespar-Contracting führt ein privater Investor (Contractor) in einer oder mehreren Liegenschaften ein Bündel von Energiesparmaßnahmen durch und garantiert die Energieverbrauchseinsparung.
Die Investitionen und die Kosten für Planung, Wartung, Instandhaltung, Energiemanagement und Finanzierung refinanziert der Contractor aus den Kosteneinsparungen. Der Auftraggeber trägt keine Investitions- und Wartungskosten, erhält eine neue Gebäudetechnik und muss sich um die modernisierten Anlagen nicht mehr kümmern. Das Risiko für den Einsparbetrag und die Finanzierung geht auf den Contractor über. Nach der Vertragslaufzeit fallen für den Auftraggeber weniger Energiekosten an.
————————————- Infokasten Energiespar-Contracting

Über die KEA:
Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

Ansprechpartner KEA:
Dr. Volker Kienzlen
KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg
Kaiserstraße 94a
76133 Karlsruhe

Tel. +49/721/98471-24
Fax +49/721/98471-20,
volker.kienzlen@kea-bw.de
www.kea-bw.de