Die VRF-Technologie nach DIN V 18599 – nachhaltiges Bauen mit energieeffizientem Klimasystem

Im Bereich Klimatechnik, erhielt die VRF bzw. VRV Technologie, als energiesparend bekannt, mit der DIN V 18599 große Bedeutung für nachhaltiges Bauen.

Diese alternativen Klima- bzw. Wärmeanlagen verfügen über variable Kältemittel-Volumenströme, die vor allem bei problematischem Kühllastverhalten der Umwelt zu Gute kommen.

Durch Wärmetauscher im Innen – und Außenbereich eines (Nichtwohn-) Gebäudes, wird die Abwärme eines zu kühlenden Raumes zur Nutzwärme eines zu heizenden Raumes. Dabei wird Energie gespart, da die Primärenergienutzung der Wärmepumpenfunktion sehr hoch ist. Durch den Verzicht auf klassische Öl- und Gasheizsysteme sowie die Verwendung erneuerbarer Energien (z.B. Luft) kann bis zu 50 % CO2-Einsparung erreicht werden.
Ein weiterer Vorteil liegt in den 3-Leiter-Systemen, die es ermöglichen, gleichzeitig zu heizen und zu kühlen und dabei durch mögliche Wärmerückgewinnung weiterhin energieeffizient zu arbeiten. Zudem kann beim Abtaubetrieb die Heizleistung durchgehend fortgesetzt werden und aufgrund von modernster Elektronik sind die Kompressoreneinheiten leistungsregulierbar. Außerdem verbraucht dieses dezentrale Klimatisierungssystem wenig Platz, arbeitet sehr leise und kann sich auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers einstellen sowie Teillastverluste reduzieren.

Wie im tiefergehenden Fachartikel des FachJournal nachzulesen, zahlt sich dieses Konzept besonders in Hotels aus, da dort die Teillastproblematik erhöht ist. In einem Low-Budget-Hotel in Augsburg wurde nach einer ökologisch vorteilhaften Lösung für das Teillastverhalten mit geringen Investitionskosten gesucht.

Die individuelle Klimatisierung, die geringen Betriebskosten und der hohe Nutzerkomfort der VRV-Technologie eigneten sich bestens für das Ziel, nachhaltiges Bauen unter den Aspekten der ökonomischen, ökologischen, der technischen und der Prozessqualität zu garantieren.

Latentwärmespeicher: PCM als effektiver Temperatur-Pufferspeicher in Baustoffen

Die Wirtschaftlichkeit von PCM (Phase Change Material) in der TGA mit PCM express einfach ermitteln.

Im Bereich der Gebäudeklimatisierung spielen Umwelteinflüsse eine große Rolle. Während im Winter der U-Wert möglichst gut sein sollte, ist im Sommer besonderer Wärmeschutz zu beachten. Um die Klimatisierung mit erneuerbaren Energien realisieren zu können, muss zunächst nach DIN 4108-2 (7/2003) durch die Bewertung des Cwirk die Speichermasse eines Gebäudes ermittelt werden.

Damit Neubauten mit geringer Masse den gleichen thermischen Komfort wie Gebäude mit massiven Wänden aus Beton oder Stein erhalten, kann Phasenwechselmaterial (PCM = Phase Change Material), sog. Latentwärmespeicher, von Vorteil sein.

Bei diesen mikroverkapselten Latentwärmespeichern handelt es sich um mikrometergroße Wachströpfchen, die in Kapselhüllen aus Acrylglas verpackt werden. Ab 23ºC verflüssigt sich das Wachs in der unzerstörbaren Hülle und kann so Wärme speichern oder abgeben. Da die Kapseln jedoch weiterhin pulverförmig bleiben, lassen sie sich hervorragend in herkömmliche Baustoffe wie Mörtel oder Beton einarbeiten.

Passiv lässt sich diese Dispersion in kühleren Regionen anwenden, wenn auf Kühlung durch Nachtluft statt auf Klimaanlagen gesetzt wird. Aber sie findet auch aktiv Verwendung. Wenn man das PCM als Teil der TGA nutzt und es in Verbindung mit einer Klimaanlage einsetzt, muss diese weniger Kühlleistung aufbringen, wird aber wesentlich effektiver arbeiten.

Diese Entlastung der technischen Klimatisierung resultiert aus der Fähigkeit der Latentwärmespeicher, große Teile der Wärmemenge temperaturunschädlich zwischenspeichern zu können.

Eine neu entwickelte Software vergleicht beide Varianten und errechnet deren Wirtschaftlichkeit. So können Planer jederzeit den Nutzen einer optimierten Gebäudetechnik durch PCM-Baustoffe selbst ermitteln. Die Latentwärmespeicher tragen zu einer umweltfreundlicheren Kühltechnologie bei, da es sich hier um regenerative Kältequellen handelt, die im Gegensatz zu (oder zumindest in Verbindung mit) konventionellen Klimatisierungsgeräten energieeffizienter und wirtschaftlich vorteilhafter sind.

Eine genauere Beschreibung der Funktionsweise von PCM (Was ist PCM) und die Einsatzmöglichkeiten in der Gebäudeklimatisierung sowie Informationen zum Software-Tool PCMexpress finden Sie in einem Fachartikel im FachJournal

VDI startet Zertifikats-Lehrgang zum Fachingenieur Windenergietechnik

Neues Lehrgangskonzept als Reaktion auf Fachkräftemangel und fehlende Kompetenzen – Zertifizierter Abschluss zum Fachingenieur VDI

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat ein neues Lehrgangs-Konzept entwickelt, mit dem sich Ingenieure zum zertifizierten Fachingenieur VDI weiterbilden können. Den ersten Lehrgang bietet das VDI Wissensforum zur Windenergietechnik an. Er kann ab sofort gebucht werden. Voraussetzungen sind ein ingenieurwissenschaftlicher Hochschulabschluss und mindestens drei Jahre Berufserfahrung zum Zeitpunkt der Prüfung. Nach bestandenem Abschluss sind die Teilnehmer berechtigt, den Titel „Fachingenieur Windenergietechnik VDI“ zu tragen.

Zukunftsbranche Windenergie: Fachkräfte sind noch Mangelware. Der VDI-Lehrgang schafft Abhilfe.

„Der VDI hat die Zeichen der Zeit erkannt: Mit der Energiewende rückt die Windenergie verstärkt in den Fokus. Allerdings fehlen uns ausgebildete Fachkräfte. Mit dem neuen Windenergie-Lehrgang können sich Ingenieure gezielt die Kompetenzen aneignen, die in dieser Zukunftsbranche gefragt sind“, sagt Dr.-Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI.

Der Lehrgang setzt sich zusammen aus vier Pflichtmodulen, zwei Wahlpflichtmodulen, mit denen inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden, einem optionalen Vorbereitungsworkshop und der abschließenden schriftlichen und mündlichen Zertifikatsprüfung. Die Pflichtmodule beinhalten Grundlagen der Windenergietechnik, mechanische Komponenten und Rotoraerodynamik, elektrische Systeme, Regelung und Netzintegration sowie Gesamtauslegung und Berechnung von Windenergieanlagen. Bei den Wahlpflichtmodulen stehen Betriebsführung und Instandhaltung von Windenergieanlagen, rechtliche Aspekte der Windenergie, Projektleiter, Schweißgerechtes Konstruieren, Schraubenverbindungen und Schwingungstechnik zur Verfügung.

Lehrgangsleiter sind Prof. Dr. Joachim Twele, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Fachbereich Umwelttechnik/Regenerative Energien sowie Jan Liersch, Gutachter und Consultant bei Key Wind Energy.

Die einzelnen Module können zeitlich völlig unabhängig voneinander belegt werden. Dies garantiert den Teilnehmern eine größtmögliche Flexibilität. Dieser Ansatz ist neu und bislang einzigartig auf dem deutschen Weiterbildungsmarkt.

Als Reaktion auf den Fachkräftemangel und auf  die ermittelten fehlenden Kompetenzen bei berufstätigen Ingenieuren hatte der VDI Kompetenzprofile für verschiedene Tätigkeitsbereiche erarbeitet. Hierauf baut das entwickelte Qualifizierungskonzept auf. „Die Lehrgänge sind ein wichtiger Schritt, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern“, so Fuchs.

Lehrgänge zu weiteren Fachrichtungen sind bereits in Planung.

Die Weiterbildungsumfrage „educating“ vom VDI Wissensforum hatte Ende 2010 große Weiterbildungsdefizite in den Unternehmen offenbart: 55,3 Prozent der Befragten hielten die Qualifikationsmöglichkeiten für nicht ausreichend.

Anmeldung und Programm unter www.vdi.de/windenergie_lehrgang oder über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: wissensforum@vdi.de, Telefon: +49 211 6214-2 01, Telefax: -154.